Feuchttücher - Problemstoff Nummer 1 im Kanal

Das Kanal- und Abwassernetz hat einen neuen Feind. Feuchttücher sind zart zur Haut, jedoch besonders hart für die Abwasserinfrastruktur. Die Rede ist von achtlos ins Klo geworfenen Feuchttüchern.

Sie bestehen aus synthetischen Fasern bzw Naturfasern oder einem Fasergemisch und sind extrem reißfest. Diese Produkte lösen sich nicht oder nur sehr langsam im Abwasser auf. Zusammengeballt in Rohrdurchführungen oder ineinander gezwirbelt durch Pumpen (siehe Bild) und Kanalrechen bilden sie oft meterlange textile Zöpfe, die Kanäle verstopfen und Pumpen ruinieren. Die Verwendung von diesen Hygieneartikeln haben in den letzten Jahren rasant zugenommen – artfremd entsorgt – mittlerweile enorme Schäden für kommunale Abwassernetzbetreiber.

Rund 1.200 LKW-Fuhren an Fehlwürfen werden allein in der Steiermark jährlich widerrechtlich und sorglos über den Kanal „entsorgt“. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 16 Millionen Euro, schätzt die Gemeinschaft Steirischer Abwasserentsorger (GSA)..
Alle Kanal- und Kläranlagenbetreiber seien mit diesem Problem konfrontiert. Dieser Aufwand erhöht natürlich unsere Abwassergebühren.

Hier einige Tipps, damit die Abwasserentsorgung zuverlässig, umweltschonend und ohne zusätzliche Kosten funktioniert.

Bitte in der Restmülltonne entsorgen:
• Feuchttücher, Pflegetücher und Babypflegetücher
• Einweg-Putztücher
• Wattestäbchen (Q-Tipps)
• Tampons und Slipeinlagen
• Windeln
• Verbandsmaterial
• Kleidung und Textilien


Weitere Info:
Küchenabfälle und Altspeisefett sind Fehlwürfe, die nicht in den Kanal gelangen sollten, da sie mit sehr intensivem Wartungsaufwand wieder herausgeholt werden müssen.
Altspeisefett bitte im Fetty Kübel sammeln und ins ASZ bringen.
Biogeneabfälle in der Biomülltonne oder auf eigenen Komposthaufen entsorgen.

Umwelt- und Abfallberaterin
Sieglinde Neumeister