Riesenbärenklau in der Südoststeiermark

Der Riesenbärenklau ist einer der gefährlichsten Neophyten (das heißt eine aus anderen Kontinenten eingeschleppte Pflanze) in Österreich. Hautkontakt führt im Zusammenhang mit Sonnenlicht zu schweren Verbrennungen und kann bleibende Hautschäden bis hin zum Hautkrebs verursachen.

In der Steiermark bildet diese Art vor allem in Berggebieten riesige Bestände. In diesen Bereichen ist der Kampf gegen den Riesenbärenklau bereits verloren. Wanderer und spielende Kinder, die durch Kontakt mit der Pflanze schwere Verbrennungen erleiden, gehören bereits zur Tagesordnung.

In der Südoststeiermark befanden wir uns bisher auf einer Insel der Seligen. Die wenigen bekannten Vorkommen konnten durch gezielte und entschlossene Bekämpfungsmaßnahmen der Gemeinden eingedämmt werden. Die bisher bekannten Vorkommen des Riesenbärenklaus liegen in den Gemeinden Pirching, Kirchbach, St. Stefan, Jagerberg, Kirchberg a.d.R., Unterlamm, Feldbach und Fehring.

Seit dem Vorjahr sind vermehrt Vorkommen entlang einzelner Bäche (z.B. am Oberdorferbach, Tiefernitzbach, Pickelbach, Radersdorferbach, Zerlachbach) gemeldet worden. Die schwimmfähigen Samen des Riesenbärenklaus verbreiten sich rasch entlang der Gewässer. Deshalb müssen sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Gemeindemitarbeiter, Jäger, Fischer, Berg- und Naturwacht bzw. jedermann der mit offenen Augen durchs Land geht, sollte ein Vorkommen des Riesenbärenklaus unverzüglich melden. Vor allem Bachufer sollten besonders aufmerksam betrachtet werden.

Im Sinn der Sicherheit unserer Kinder und aller Naturgenießer müssen wir dem Problem rasch und entschlossen entgegentreten.

Der richtig Zeitpunkt ist, wenn die Blütenstände schon 2 bis 3 Meter hoch sind und durch ihre vielen weißen Blüten gut zu erkennen. Daneben findet man auch  blütenlose Grundblätter die erst im nächsten Jahr blühen werden. Bitte bei Sichtung der Pflanze unverzüglich Kontakt mit der Gemeinde und der Baubezirksleitung aufzunehmen.

Bei der Bekämpfung muss man unbedingt lange Kleidung, Handschuhe und am besten eine Brille oder einen Gesichtsschutz tragen um den Kontakt mit der Haut oder den Augen zu vermeiden.

Die Blütenstände müssen alle abgetrennt werden. Diese können schon keimfähige Samen tragen und dürfen daher keinesfalls zum Müll oder auf den Kompost geworfen werden. Die Blütenstände müssen im Bauhof der Gemeinde abgegeben werden und werden dort fachgerecht entsorgt.

Die sicherste Entsorgung ist, die Blütenstände mit einem Flämmer abzuflämmen!!!

Keinesfalls dürfen diese im Müll entsorgt werden, da sonst eine unkontrollierte Verbreitung zur Folge hätte.Die Überreste sollten jedenfalls zentral in der Gemeinde an einer gut kontrollierbaren Stelle vergraben werden so dass ein etwaiger neuerlicher Austrieb sofort auffällt.

Durch das Abtrennen der Blütenstände ist die Gefahr der Samenverbreitung gebannt. Der Riesenbärenklau hat jedoch eine dicke Speicherwurzel und  kann von den Grundblättern her erneut austreiben.  Deshalb muss man die Pflanze 15 cm tief in der Erde mit dem Spaten ausstechen um die Speicherwurzel zu durchtrennen. Die Pflanze (ohne Blütenstände) kann man mit der durchtrennten Wurzel zum Vertrocknen liegen lassen bzw. besser auf einen Strauch hängen.

Überall wo man Blätter oder Blüten des Bärenklaus sieht, liegen tausende Samen im Boden. Besonders wichtig ist, dass man diese nicht mit Erdklumpen am Traktor, Mähdrescher oder anderem Arbeitsgerät verschleppt. Baggerarbeiten oder anderen Bauarbeiten sind in diesen Bereichen zu unterlassen. Ackerbereiche neben Riesenbärenklau-Vorkommen sollten von der Bewirtschaftung ausgenommen werden. Wenn unbedingt nötig soll die Bewirtschaftung nur bei trockenem Wetter erfolgen. Traktor sowie andere landwirtschaftliche Geräte müssen anschließend an Ort und Stelle sorgfältig gereinigt werden. Hierbei können die Gemeinden bzw. die Feuerwehren um Hilfe gebeten werden.

Kontakt, Meldungen:
Gemeindeamt bzw. Baubezirksleitung (Christian Semmler 0676/ 866 43 216)